Wasserortung

Bei der Wasserortung trainieren wir unsere Hunde darauf, vom Boot aus Personen auf oder unter Wasser zu orten. In einer etwa zwei Jahre dauernden Ausbildung müssen der Hund wie auch der Hundeführer eine ganze Menge lernen: Geruchsdifferenzierung, Anzeige bei Fund und Bootsgewöhnung stehen ebenso im Lehrplan wie Einsatztaktik oder Funken und natürlich auch eine Sanitätsausbildung und Rettungsschwimmen. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung nach der Dienstanweisung der DLRG LV Baden abgeschlossen.

Die Wasserortungshunde sind auf Mischgeruch ausgebildet und zeigen sowohl Lebend- als auch Totgeruch an. Auf dem Boot zeigt der Hund in aller Regel durch lautes Bellen an, dass er einen Geruch wahrnimmt. Der Sucherfolg hängt dabei maßgeblich von einer guten Teamarbeit von Hundeführer und Hund ab: Der Hundeführer ist für die Einsatztaktik verantwortlich, gibt dem Bootsführer die Fahrtrichtung an und muss zugleich seinen Hund auf feinste Anzeichen hin beobachten und schließlich einen vermuteten Fundort durch Bojen oder mit Hilfe eines GPS-Gerätes markieren. Einflussfaktoren wie Wind und Strömungen werden in die Auswertung mit einbezogen.

Unsere Rettungshundeteams arbeiten ehrenamtlich und bringen viel Zeit in ihre Ausbildung ein. Rund zwei Mal pro Woche trainieren wir auf Gewässern der Region und absolvieren Trockentrainings und Theorieeinheiten. Hinzu kommen Ausbildungseinheiten des DLRG-Wasserrettungsdienstes, die Sanitäts- und die Rettungsschwimmausbildung sowie Fort- und Weiterbildungen. Im Einsatzfall erfolgt die Alarmierung der Wasserortungshunde über die Integrierte Leitstelle.

Spezialisten auf vier Pfoten

Während der Mensch als "Augentier" stark auf seinen Sehsinn angewiesen ist, nutzt der Hund seinen ausgeprägten Geruchssinn als Leitsinn. 10% seines Gehirns stellt der Hund dem Riechen und der Verarbeitung der Gerüche zur Verfügung. Der Mensch nutzt hierfür gerade mal 1%. Bis zu 300 Mal atmet der Hund in der Minute und versorgt damit seine Riechzellen in der Nase ständig mit neuen Geruchspartikeln. Dabei gilt: Je länger die "Fellnase", desto mehr Riechzellen hat der Hund. Hinzu kommt, dass die Vierbeiner aufgrund ihres besseren Riechsinnes sogar rechts und links differenzieren: Sie riechen sozusagen "stereo" und nehmen damit die Richtung eines Geruches wahr. In der Ausbildung setzen wir ausschließlich auf positive Verstärkung, das heißt, wir belohnen erwünschtes Verhalten des Hundes durch Spielen, Clickern oder Leckerlis. Auch wenn für unsere Hunde im Training der Spaß im Vordergrund steht – im Einsatz können wir uns auf unsere vierbeinigen Helfer verlassen.

 

Imagefilm DLRG Rettungshunde